Island

Island, ach Island. So ein großartiges Land mit so vielen total unterschiedlichen Eindrücken. Man verlässt den Flughafen, fährt ein paar Kilometer in Richtung Süden und schon riecht die gesamte Luft nach Schwefel und man kann dampfende Rauchsäulen in der Ferne sehen. Es ist ein tolles Gefühl hier zu sein. Vielleicht auch besonders, weil man sich fast ein wenig einsam fühlt, wenn man auf den Straßen fährt und nur auf wenig andere Menschen trifft. Die größten Ansammlungen hier findet man, wie so oft, an den Tourispots, wie Jökulsarlon oder den vielen atemberaubenden Wasserfällen. Auf den Straßen jedoch ist man beinahe alleine unterwegs. 

Besonders als individualreisender, wenn man die Gruppenbusse der Reiseveranstalter ignorieren und seine eigenen Aufenthaltszeiten planen kann, kann man hier in Island viel sehen. Man ist nicht gezwungen, seine Bilder und die Eindrücke wie am Fließband zu sammeln, sondern kann an diesen tollen Spots inne halten und zur Ruhe kommen. Genau dazu laden zahlreiche Orte hier ein. Island ist kein hektisches Land. Die Uhren drehen sich hier langsamer. Das merkt man hier jeden Tag aufs neue. 

Wenig schlaf aber individuell

Wer im Sommer auf die Insel kommt, hat das Glück, einen sehr, sehr langen Tag erleben zu dürfen. Es wirkt schon etwas befremdlich, wenn man Stunde um Stunde durch die raue Landschaft fährt, irgendwann von der Müdigkeit übermannt wird, nur um festzustellen, dass bereits spät in der Nacht ist. Ein verrückter Eindruck! Dennoch, oder vielleicht grade deshalb, großartig hier zu sein. Die Nächte in den Sommermonaten sind unheimlich kurz. Es wird kaum Nacht und wenn man als Reisender auf einem der zahlreichen Campingplätze schläft, kommt man um einen sehr leichten Schlaf kaum umher. Das führt dann dazu, dass man über den Tag zum Teil in einem delirium artigen Zustand verbringt, nur um mehrmals am Tag kurze Erholungsschläfchen ein zu legen. Trotz mangelndem Erholungscharakter einer solchen Reise lohnt sich diese Insel in jedem Fall.

Einzigartige Natur

Allein schon die karge, baumleere Landschaft, die man permanent durchquert entlohnt für den mangelnden Schlaf. Es ist hier fast, wie auf einem anderen Planeten. Grau mit Moos bewachsene Felsen zieren vor allem den Süden der einsamen Insel. Der erste Blick auf diese Landschaft erinnert an eine karge Mondlandschaft. Man ist versucht hindurch zu gehen, um die grenzenlose Weite zu erkunden. Auf einem der zahlreichen angelegten Treks durch die Felder, hat man auch die Möglichkeit dazu. Die ausgezeichneten Wege sollte man allerdings auf keinen Fall verlassen, da das sich ausgebildete Ökosystem in dieser Region weltweit einmalig und sehr empfindlich ist. Ein mal platt getrampelt, erholen sich die Pflanzen über viele Jahre hinweg nicht mehr.

Diamond Beach - Schwarzer Sand mit weissem Eis

Eines der größten Erlebnisse auf Island ist, am Gletschersee des Jökulsarlon zu wandern, wo sich aus Schmelzwasser des uralten Gletschers ein See gebildet hat, in dem gewaltige Bruchstücke aus Eis treiben. Direkt am Jökulsarlon in den Ozean ragend befindet sich der Diamond Beach. Hunderte große und kleine Eisbrocken liegen hier im schwarzen Sand und werden von der Meeresgischt umspült, während sie in der Sonne funkeln, wie gewaltige Rohdiamante. Total unnatürlich wirkt der Blick auf diesen Strand!

Island - klein mit grossem Wert

Reisen in Island ist etwas ganz besonderes. Kein anderes Land in Europa bietet so viele großartige Naturereignisse. Dabei lohnt es sich hier zu fast jeder Jahreszeit her zu kommen. Egal ob im Sommer mit toller Fauna und lebender Flora, oder im Winter im kargen Eis und mit großartiger Aurora Borealis. Island ist ein tolles Land für Naturliebhaber und sollte auf jeden Fall besucht werden.